Blickwinkel- das sind 5 Menschen mit vielen Gedanken im Gepaeck, immer noch eintausend anderen Dingen im Kopf, aber viel Lust und mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Geige und viel Gesang unterwegs.
B l i c k w i n k e l i s t l a n g s a m , B l i c k w i n k e l h e i s s t E n t s c h l e u n i g u n g . . . .
Wir sind unterwegs, an unterschiedlichen Orten, sehen uns unregelmässig regelmässig, dann ganz viel, sind irgendwie im ständigen Austausch…..
… und so wie die jahre vergehen, so teilen sich unsere wege, mal weniger und mal weiter entfernt von unserer stadt im hohen norden. vielleicht geographisch heimatlos geworden und in arbeit, projekten, lernen und auf der suche nach der naechsten station vertieft, schlaeft das projekt blickwinkel die meiste zeit im jahr, doch unter der oberflaeche hat es nicht aufgehoert zu brodeln – nicht bei uns als gruppe und noch viel weniger draussen in der welt.
wenn doch dann unsere wege alle paar monate in hamburg zusammenlaufen, stehen wir wieder gemeinsam im bunker und auf der strasse und vielleicht auf der ein oder anderen buehne, um mit euch zu tanzen, zu feiern und gemeinsam politik, kritik und utopien in die welt hinaus zu schreien.
Nachtschwärmer
Wir machen Musik – in einer Zeit in der es angeblich keine Alternative gibt, in der wir spüren, dass wir effizient, ständig erreichbar und abrufbar sein müssen, in der das Leben determiniert erscheint und alles schon einmal ausprobiert, durchgekaut und besprochen wurde. Immer wieder wird uns das Gefühl vermittelt, wir müssten funktionieren, alles erdulden, alles befolgen. Wir leben in einer Welt in der Grauen Alltag ist und in welcher es dennoch kaum Anstosspunkte gibt für unsere Wut, unsere Verzweiflung und genauso wenig für unsere Träume und Ideen von einem besseren Miteinander, einem besseren Leben für Alle.
Wir machen Musik – um gemeinsam genau dort anzuecken, wo das tagtägliche Hin und Her uns zu trennen und zu zerreißen droht. Wir machen dabei keine Musik mit „zwanghaft politischem Inhalt“, sondern schreiben Texte und Worte, die ein Gefühl ausdrücken sollen, über Aspekte, die uns bewegen, uns beschäftigen und gegen das, was uns einengt und bedroht. Dies verändert sich und so verändern sich auch einige Passagen musikalisch und textlich sachte aber beständig, andere bleiben stehen, obwohl wir sie heute nicht mehr so schreiben würden, das meiste aber finden wir so schön wie eh und je.
Wir machen Musik – in dem Wissen, mit unseren Texten nicht überall willkommen zu sein, einen nicht so netten Spruch zu hören, auch mal eine Diskussion auszulösen. Manchmal nervt dieses, trifft einen politisch und emotional, aber gleichzeitig ist dies auch etwas, was Teil der Band ist. Denn jede Auseinandersetzung bedeutet Thematisierung neuer Aspekte, Meinung zu formulieren, Grenzen zu setzen und zu hinterfragen, Handlung zu ermöglichen… auch für uns selber!
Wir machen Musik – und begegnen dabei immer wieder Menschen, welche für die Verhältnisse unberechenbar sind, die heute kämpfen, auf der Suche sind, die heute schaffen und nicht warten wollen auf eine Zeit die da kommen mag. Wir begegnen Kollektiven, die für etwas anderes arbeiten als Geld und bloßem Ansehen. Wir erfahren wie schön es ist, in Häusern zu übernachten in denen Isolation höchstens ein Begriff aus den Bandproberäumen ist. Hier Konzerte zu spielen heißt für uns auch mit-gestalten und mit-organisieren, nicht nur „die Band“, sondern ein Teil des Drumherum, zu sein und es ist wunderbar, dieses Gefühl mit vielen netten Menschen zu teilen. Wir spielen also nicht irgendwo, sondern genau da wo wir auch sonst sein würden.
Wir machen Musik – für diese Orte, für diese Menschen, für die Vorstellung, dass nicht alles so sein muss wie gegeben. Wir wollen aufrütteln, ermutigen, tanzen, gemeinsam feiern, auf dem Weg sein und suchen, ausschwärmen in der Nacht und am Tage um uns, wenigstens für ein paar Augenblicke, eine eigene Welt zu schaffen. Grenzenlose Freiheit in diesem Zusammenhang ist mehr als nur die Beschreibung eines Gefühls in den Bergen, es ist wörtlich gemeint in der Utopie die Praxis werden will.
Wir machen Musik für die Menschen die rebellieren, träumen und ausbrechen, für die Menschen, die aufgehalten werden auf ihrem Weg in ein freies, besseres Leben, die mit Gewalt dazu gezwungen werden, Orte zu verlassen oder eingesperrt und gebrochen werden, für Menschen, die trotz allem nicht aufgehört haben zu revoltieren, zu verweigern, zu lieben, zu lachen, zu tanzen und zu kämpfen….
Wir machen Musik für uns, als ein paar Freunde, die gemeinsam Musik machen.
Wir machen Musik – mit dem Wissen, dass wir es nicht beschreiben können… und genau deswegen…
14.05.2010 einziges Konzert dieses Jahr
Ahoi ihr alle…
alles was wir wissen ist, dass wir weiter machen wollen. Wir wissen nur nicht so ganz, wie das alles klappen soll, aber das Projekt “Blickwinkel” bedeutet uns zu viel als irgendwo einen Schlussstrich ziehen zu wollen.
Auch wenn sich das erstmal nicht so rosig anhört, freuen wir uns tierisch auf das Konzert am 14.05. in der Flora und fast genauso doll auf die Zeit davor… kommen wir doch das erste Mal seit langer Zeit wieder zusammen um gemeinsam Musik zu machen. Leider zerstreuen wir uns bereits nach dem Auftritt wieder…. und denken das es am Ende des Jahres wieder weitergeht. Vorläufig sieht es jedoch so aus, dass das Konzert dieses Jahr unser einziges bleiben wird.
Das Konzert bedeutet für uns noch mehr… denn ist es nicht nur das einzige Konzert und bringen wir nicht nur an diesem eine “Mini-LP” und “Mini-CD” mit dem Namen “Nachtschwärmer” her raus, sondern spielen mit total netten Menschen zusammen für ein wichtigen und schönen Anlass.
So wie die Party aussieht spielen neben uns Früchte des Zorns, Conexion Musical und Guts pie earshot. Ausserdem wird Hip Hop aufgelegt werden und vielleicht auch Balkan.
Das ganze ist mehr als nur eine Party, sondern eine politische Veranstaltung mit Kino, Redebeiträgen und Infotischen. Die Kohle geht zum einen an eine Initiative die in Lüneburg ein alternatives Kultur-Festival veranstalten möchte um den rassistischen Normalzustand zu stören, zum anderen geht Geld an ein, sich in der Planung befindenden, Antira-Kongress in Hamburg. Das klingt doch super, oder etwa nicht.
So, vielleicht sieht mensch sich ja da…. ansonsten
li(e)bertäre grüße
einige Blinkwichtel
PS: Noch mal ein “tut uns leid” für die Menschen, die uns Angefragt hatten, die wir (wieder) absagen mussten… haltet die Ohren steif!
