alltagsbeben
vamos companera
angst in der luft
frühling im herbst
(r)auszeit
alltagsbeben
all’ die lügen, die uns lähmen und die wahrheit unterpflügen,
brauch’ sie nicht, glaub’ sie nicht, will diese masken nicht.
gleichgültigkeit steigert meinen hass zwischen depression und widerstand
und in zeiten, wo er sich zeigt, gibt’s noch ruhiges hinterland.
und der tag wird kommen, an dem die welt erbebt. es wird unser lachen sein, das sie bewegt.
abgedroschene parolen haben sich nicht nur in zeitungen verloren.
menschen wollen freiheit mit sicherheit zerstören, kameras, die zum alltagsleben gehören.
razzia contra kritik, wann wird repression zu widerstand?
wo beobachtete masse schweigt, setzt normalität wieder menschen in brand.
und der tag wird kommen, an dem die welt erbebt. es wird unser lachen sein, das sie bewegt.
menschen aus gut-und-böse-schubladen sprechen von mehr toleranz wagen.
mein handy zeigt den weg dahin, kann nicht mit weil ich gefangen bin.
paragraph gegen versuchten ausbruch und immer noch zu wenig widerstand
und kommt er doch reißt er hier und da tiefe risse in die wand.
und der tag wird kommen, an dem die welt erbebt. es wird unser lachen sein, das sie bewegt.
vamos compañera
der moment ist tausendfach durchgekaut und besprochen,
fäuste hoch und kein zurück, mit selbst gesetzten zielen gebrochen.
schweig – sprach arthur, doch schwieg ich in der bahn.
verweigern- sprach anna, vergas die aussage dann im alltagswahn.
hab’ bei homophobie geschwiegen, gesagt- alleine machen sie dich ein.
bei rassismus weggehört, gesagt- alleine bist du klein.
ausreden, wegsehen – nie wieder – sag’ ich mir jeden tag
mit angst im bauch raus geschrieen – bleib stark.
und ich weiß wo ich stehe, wenn der wind aufkommt,
hass hält mich stark, einsicht heißt noch nicht gekonnt.
antifascista – vamos compañera
antifascista – vamos compañera
der scheiß braune mob ist ein sichtbares problem.
und dies ist auch ein nein gegen das abschiebesystem.
dieses lied wird zu mut, eine erinnerung für mich,
sexismus ist alltäglich und betrifft dich und mich.
menschlichkeit heißt ein recht auf freies leben,
kein wegsehen mehr, dem schweigen die absage geben.
angst in der luft
von norden und von osten, von süden und aus westen,
wir kommen von überall, denn wir kennen keine grenzen.
die nackenhaare aufgestellt, die zähne sind gefletscht,
das maul aufgerissen, die schnauze in den wind gereckt.
unser lebensraum wird kleiner, wir werden abgedrängt.
angst in der luft, dorf in schrecken, in rotkäppchen-klischees gedrängt.
fürchtet ihr, verachtet ihr? doch wir kommen von überall.
rodet und vergiftet ihr? – kommt bald der große knall.
ihr wollt uns töten? ihr wollt uns jagen?
vergesst es lügende heuchler, ihr werdet weder pelz noch trophäe davon tragen!
von norden und von osten, von süden und aus westen,
wir kommen von überall, denn wir kennen keine grenzen.
autobahnen durchschneiden den wald, autos fahren die ganze zeit,
der busch brennt, fluss begradigt, doch der kuckuck schreit.
„als die tiere den wald verließen…“ wird neu definiert,
ab jetzt heißt es in schlagzeilen, wie der fuchs in berlin spaziert,
mader im auto, waschbären im garten der villen,
wildschweine, die ihren durst im parkbrunnen stillen.
kein zaun, kein gesetz hält uns auf, es zwingt uns zum handeln,
so nimmt es seinen lauf…
von norden und von osten, von süden und aus westen,
wir kommen von überall, denn wir kennen keine grenzen.
die forderungen sind schon da: “ beutegreiferabschuss in jedem fall“.
doch ich hoffe der knall geht nach hinten los.
tiere kennen keine grenzen, schon gar nicht die der menschen, die auch wir bekämpfen.
sie lebten früher hier, und selbst wenn nicht – die zeiten ändern sich!
von norden und von osten, von süden und aus westen,
wir kommen von überall, denn wir kennen keine grenzen.
mein leben lang flog ich über kontinente,
doch irgendwann, da kam die radikale wende.
kein brutplatz, keine wiesen für nahrung, dass ich in der stadt brüte,
dafür bitte ich nicht um verzeihung.
bin ein wandervogel, stehe für den wandel der zeit.
ich weiß, dass auch bald bären kommen, sie sind nicht mehr weit.
irgendwann können uns auch jäger nicht mehr aufhalten.
wenn ihr weiter lebensräume zerstört,
werden in zukunft auch in euer leben einschreiten!
von norden und von osten, von süden und aus westen,
wir kommen von überall, denn wir kennen keine grenzen.
frühling im herbst
wir haben frühling im herbst
und der sommer strahlt dem winter
jene kälte aus den fugen
die uns hat so lang belogen
wir schrein’ wo alles schweigt
und schweigen dem lärm
eine melodie von wut
die uns immer weiter treibt…
(r)auszeit
und wir lachen und wir lieben und wir tanzen und wir schreien und wir springen und wir streiten und wir kuscheln und wir weinen.
wir besetzen und wir stören und wir schaffen und wir feiern und wir spielen…
und wir lachen und wir lieben und wir tanzen und wir kämpfen…
durch die grauen gassen, da weht ein kalter wind,
dort ist mir heute sogar kalt, wenn wir beisammen sind.
das ganze um mich herum speißt mich täglich ab,
fahrstühle, rolltreppen, menschenmassen machen mich verdammt satt.
heute ist alle tage, heut’ lass’ ich den fernseher aus.
renne mit dir durch phantasia, bleibe heut im bett zu haus.
nimm meine hand, wir lassen uns fallen.
abenteuer, träume werden durch diese momente schallen.
leben, das heißt träumen und zum träumen brauch’ ich zeit,
um nicht zu ersticken in alltäglichkeit.
leben, das heißt kämpfen und zum kämpfen ist es zeit,
ich greif’ nach schwarzen sternen und durchbrech’ die wirklichkeit.
mein fahrrad, aber bringt mich hin zu neuen orten,
mit geschlossenen augen lausch’ ich am see den wellen-worten.
treffe dich auf dem roten floß, in dem schwarzen fluss,
schaffen uns utopia, wie es für uns sein muss.
lass uns aber auch wieder mit voller kraft erwachen, anfangen dem zeitgeist mal so, mal militant entgegen zu lachen!
leben, das heißt träumen und zum träumen brauch’ ich zeit,
um nicht zu ersticken in alltäglichkeit.
leben, das heißt kämpfen und zum kämpfen ist es zeit,
ich greif’ nach schwarzen sternen und durchbrech’ die wirklichkeit.