Blickwinkel

April 28, 2010

Zwischenstation Gegenwart (2007)

Filed under: — blickwinkel @ 9:36 pm

frühling im herbst
kann es sein
wie du’s willst
kein verständnis
einsicht
guerillamusik
terror dans les banlieues
brief an freunde
ska steht auf
das wäre doch zu schön
warnung
bambule
durch den regen
nur ein wort


frühling im herbst (2006)

wir haben frühling im herbst und der sommer strahlt dem winter

jene kälte aus den fugen die uns hat solang’ belogen

wir schrei’n wo alles schweigt und schweigen dem lärm

eine melodie von wut die uns immer weiter treibt…

die logik ist logik der herrschenden ordnung

das chaos ist die liebe der andersdenkenden

kann es sein (2003)

kann es sein das es dich nicht interessiert, wenn ein nazi einen menschen traktiert

kann es sein das du immer vor’m fernseher hängst und du nur noch in rassen denkst

ist es schon zu spät für dich,  findest du atomkraftwerke bauen nicht widerlich

ich zumindest sage zu alledem nein, die zeit ist reif aufständisch zu sein

ich sage nein das alles kann/darf nicht sein

kann es sein das du nicht verstehst, das krieg schrecklich ist

und du voll bier morgens schon halb tot bist

verachtest alternatives leben und leute, witterst du in waffengeschäften fette beute

ist es schon zu spät für dich, findest leute ohne gestellten iro widerlich

ich zumindest sage zu alledem nein, denn die zeit ist reif aufständisch zu sein

spieglein spieglein an der wand

laufen wir etwas rückwärts in diesem land

nazis marschieren, frauen müssen männer massieren

massentierhaltung auf platz eins – geld, geld, geld alles meins

waffenfabriken fundieren, andere länder müssen unsren müll sortieren

umwelt interessiert fast keine sau, wir stellen lieber protzige autos zur schau

das alles kann doch nicht richtig sein  und deshalb sagen wir nein!

Wir sagen nein das alles kann/darf nicht sein

wie du’s willst (2004)

sie haben mir verboten es auszusprechen

sie haben mir verboten die vorschriften zu brechen

sie haben mir verboten meine meinung zu sagen

sie haben mir verboten meinen frust an ihren ort zu tragen

dorthin wo es etwas bringt, wo man gewinnt

dort woll’n sie mich nicht, doch ich schreie meine sicht:

in diesem und in jedem anderen land haben immer die falschen leute die fäden in der hand

irgendetwas läuft gewaltig schief – bomben fallen tief

die menschen zittern mächtige lachen, denn sie werden es in die bunker schaffen

doch in meinem traum, da gab es keine waffen mehr

korrupte politiker fort, das rathaus ist leer

alle ketten waren gesprengt von der verantwortung getrieben

scheiß rassisten sexisten faschisten vertrieben

es funktioniert – solange du es lebst

es funktioniert – so lange du’s verstehst

es funktioniert – es ist das was die gesellschaft dreht

es funktioniert – raus bis die straße bebt

in diesem und in jedem anderen land haben immer die falschen leute die fäden in der hand

irgendetwas lief gewaltig schief, als jemand vor hunger liegen blieb

der mensch zittert arbeitet für nichts und rückt immer mehr aus dem licht

doch in meinem traum da gab es genug brot

und die verantwortung trieb das gesetz in den tod

noch sind wir wenige auf allen vieren

doch wenn ich mich umseh’ hab’ ich nichts zu verlieren

sie haben mir verboten das maul aufzumachen

sie haben mir verboten über sie zu lachen –

doch jetzt steh ich hier und SCHREI…

kein verständnis (2004)

die welt ist in den händen der korrupten politiker von allen staaten

die sich gegenseitig übertreffen in großzügigkeit, doch sie nutzen nur aus die hilflosigkeit

sie kennen ihre eigenen lügen deshalb sind sie bereit,

die stadt abzuriegeln, denn es ist soweit

kameras waffen und zäune sollen sie schützen – die globalisierungslüge wird ihnen nichts nützen

fresst euren genmanipulierten scheiss doch selber

wer profitiert davon? ihr und die industrie? wer?

kein verständnis – mit euren lügen

kein verständnis – für eure prügeleien

auf die barrikaden – die zeit ist reif

auf die barrikaden – seit bereit

bei uns wird essen verbrannt und menschen ihre würde aberkannt

baumwolle aus burkina faso verarbeitet in Bangladesh

wer ist es der sich hier die hände wäscht

von subventionen und unfairen preisen, die verbraucher sind dann trotzdem leise

ihr sagt keine gewalt und lasst uns niederknüppeln

doch wir werden auch so an den verhältnissen rütteln

einsicht (2006)

wir besetzen innerhalb der bestehenden systeme

und schaffen uns freiheit wo bisher keine ist – noch nicht ist – bald ist!

eine freiheit zu vergeben eine liebe zu zerstören

meinen hass einzutauschen den inneren schrei nicht zu hören

hinter glas und beton mich im spiegel umzudrehen

und danach mit dem strom durch die einkaufsstraßen gehen

und so kam ich in zeiten des heuchlerischen geschicks

um mich wi(e)der und wi(e)der zu verraten im zufälligen glück

doch der erste schritt ist einsicht und der zweite widerstand

der dritte ist die zukunft die hand zur faust und hand in hand

auf hundertneunundzwanzig plätzen gegen das patriarchat

besetzen wir in dem system in diesem scheiß staat

eine freiheit zu errichten eine liebe aufzubauen

meinen hass auszuleben beim schreien nicht wegzuschauen

zwischen umwelt und gesellschaft den anderen in die augen sehen

und mit vielen freundinnen mitten in dem winde stehen

feiern feste in den häusern und beschallen die welt

mit unsren zielen unsren träumen auch wenn ihr unsre häuser umstellt

doch der erste schritt ist einsicht und der zweite widerstand

der dritte ist die zukunft also komm nimm meine hand

guerrillamusik (2003)

geben sie auf sie sind umstellt – wir übergehen das system

keiner nimmt schaden, wenn sie freiwillig gehen, das soundsystem ist unser

dies ist kein racheakt – guerrillamusiker sagen es laut:

revolution in musik verpackt!

steh auf und sei frei!

das soundsystem ist unser, wir werden nicht gehen

egal wer spricht – wir bleiben stehen

du mit ihm und sie für dich – ich mit ihm und sie für mich

heute ist das morgen von dem du gestern sprachst

und es ist immer noch so wie du es gar nicht magst

und ist es noch so dunkel und sind sie noch so viel’

steh auf & sei frei, wie es dir bisher gefiel

Terror dans les banlieues (2003)

die welt sieht es doch sie schaut weg

c’est rien – c’est rien (es ist nichts)

es passiert doch es geht mich nichts an

wer sind die ich kenne die nicht

was ist es – es ist doch nichts

vom leben frustriert – zu Hause vom streit irritiert

die umgebung ist eintönig grau – die freunde hart und rauh

von der regierung missachtet – von der polizei verachtet

gelangweilt durch die zeit – opfer seid nun bereit

die schuld bleibt bei der regierung liegen

wenn in den banlieus wieder steine fliegen

die probleme sind nah – doch in den köpfen weit weg

und somit interessiert es die außenstehenden einen dreck

mit aller härte greifen sie ein – die polizisten

denn viele werden durch ihre angst zu rassisten

hass als verbündete sonst keine

denn die polizisten haben schußwaffen, wir nur steine!

durch den hass bekommen viele übermut

und so herrscht auch untereinander die zerstörungswut

so liegt der einzige verein in schutt

und somit ist die letzte unterhaltung nun auch kaputt

regierung – wie kann man sich liberal nennen

wenn in den banlieus die menschen um ihr leben rennen?

- wir haben euer falschsagen zur genüge

politiker…… wir sind eure größte lüge!

nous sommes le monte de votre vie

(wir sind die lüge eures lebens!)

brief an freunde (2006)

wenn du nicht verstehst, was um dich herum abgeht

und dich selber nur quälst, du merkst dass deine seele verweht

wenn du weinen willst , doch jedes pressen nicht hilft

weil du verlernt zu weinen hast

einmal wird es kommen – du läufst vor dir selbst davon

doch alles bleibt wie es ist, weil du die einzige bist

die dir helfen kann

wenn dich trauer zerstört, weil selbst dein freund dich zu oft stört

du glaubst dass niemand dich wahrnimmt

das leben vor dir im nichts verschwimmt

dir die zukunft dunkel erscheint, du nicht sagst, dass du ohne tränen weinst

und dich mit dem leben nur der tod vereint

einmal wird es kommen – du läufst vor dir selbst davon

doch alles bleibt wie es ist, wenn du alleine bist

und dich nicht öffnen willst

ska steht auf (2003)

ska steht auf – die tage sind gezählt -

an denen ihr noch lacht, wir sind keine terroristen

keine chaoten und gehör’n auch nicht verboten

wir brauchen keine gewalt, um euch zu stürzen

ihr könnt uns durch einsparungen nicht wegkürzen

ihr wollt uns leise , ihr wollt uns stumm

ihr hasst uns, ihr erklärt uns für dumm

sind wir euch zu laut, sperrt ihr uns weg

doch wir sagen euch: ihr seid der wahre dreck

wir bleiben für immer hier, ska bleibt stark

ska steht auf – die tage sind gezählt -

an denen ihr noch lacht, wir kämfen für die freiheit

für bildung für faire politik

gegen kaptalismus, gegen sozialabbau

es kommt eine welle: wir kommen – lasst uns rein

ihr wollt uns leise, ihr wollt uns stumm

doch manchmal fragen wir uns: wer ist hier dumm

geld für uniformen , geld für koons’sche kunst

geld für werbung, aber nicht für uns

Das wäre doch zu schön (2004)

wir wollen nicht euren frieden, wir wollen nicht euren krieg

wir wollen einfach nur leben in unsrer politik

lasst uns die feste feiern, die es vorher noch nicht gab

und jeder bewegt sich so, wie er es gerne mag

es gibt noch viel zu tun, jeder fasst mit an

es arbeitet sich besser ohne druck und ohne zwang

das wäre doch zu schön, vielleicht haben wir ja was gemein

dann geht mit uns und reißt alle mauern ein

wir wollen nicht euren frieden, erst recht nicht euren krieg

lasst uns doch mal leben in unserer politik

weg mit dem geld, man kann auch ohne glücklich sein

gerechtigkeit lehren – das leuchtet jedem ein

es gibt schon viele lieder und dies ist nur eines mehr

doch machen alle mit, fällt unsere theorie nicht schwer

wir wollen nicht verdummen und frei von zwängen leben

und machen alle mit wird es armut nicht mehr geben

Ob gestern oder heute – schön kann die welt sein

gemeinsam und zu zweitsam – ob groß oder ob klein

dann ist der hass vergessen, den wir heute noch verspüren

keine kriege keine grenzen, keine die probleme schüren

wer braucht schon munitionen, wenn es keine waffen gibt

was brauchen wir ’ne armee, wenn ein mensch den anderen liebt

was brauchen wir gesetze , wenn die moral uns treibt

weg mit den palästen, wir sind für ’was besseres bereit

Warnung (2002)

dies ist eine letzte warnung – hier kommt eure letzte mahnung

macht nur weiter wie bisher, dann sehen wir uns nimmermehr

hier stehen wir und fragen uns – wo gibt es den nächsten rums

hier steh’ ich und frage mich – geht’s bei jedem nur um sich

keiner lässt sich dabei stören, wie wir uns nah selbst zerstören

jeder ist dabei und sieht es -keiner fragt sich worum geht es

was muss alles noch geschehen, dass wir es endlich einsehen

diese welt ist nicht geschaffen, um sie so kaputt zu machen

wir sind hier um zu leben und nicht um uns zu zertreten

diese welt hier will uns sagen, dies haben wir allein zu tragen

wenn wir nun schon alle sterben – müssen wir sie mit uns zerren?

bambule (2003)

unsre plätze die sind platt auf den straßen dieser stadt

und die polizei die ist nicht nett

hey das wäre doch gelacht , wir bleiben dreckig in dieser stadt

und sie kriegen uns nicht weg

rudolf ole barnabas was denkt ihr euch

aus hamburg kriegt ihr uns doch niemals weggescheucht

bambule ist überall

und ein für alle mal

bambule gibt nicht auf

durch den regen (2005)

tanzen im regen – singen im regen, sich einfach mal schön bewegen

könnt uns nicht verstehen,  wenn wir die zeit für ein paar minuten lahm legen

habt doch leider keinen platz, phantasien und utopien zu folgen

könnte dabei doch helfen eure kalte welt schnell zu vergolden

würde vielleicht verständnis bringen für demos und solidarität

hat aber leider nur hoffnung auf leben in unserer traumrealität

denn die ist viel zu schön um wahr zu sein,zum tanz gibt’s roten wein

nach eurem regen  kommt unserer tag mit sonnenschein!!!

nur ein wort (2005)

die gedanken brettern durch’s gehirn, ab jetzt biete ich dir die stirn

und lass mich nicht mehr einsortieren

setze das alte system voll mit viren, werde noch mehr ausprobieren

meine ideen revolutionieren, eure schubladen schlichtweg ignorieren

euch „öde zukunft“ auf die stirn tätowieren

alle vorurteile ausradieren und mich dann neu mit euch orientieren

sie reduzuieren mich – auf das was nur ein teil von mir ist

sie provozieren mich – die angst vor wahrheit in ihrem gesicht

sie knebeln mich – hören doch nur was sie wollen

sie sehen mich – wie ich nicht bin

von links – von rechts – von oben -von unten

doch bisher waren mir immer nur die hände gebunden

habe jetzt meinen weg gefunden – bin nur noch an mich selbst gebunden

kann den zorn isolieren, also werde ich kurz rebellieren

auch die letzten werden es kapieren – ihr könnt mich nicht mehr therapieren

erst recht nicht mehr ignorieren, denn lang genug habt ihr mich reduziert

mich wie verrückt angestiert, doch das hab’ ich erst jetzt kapiert

und deshalb gibt’s jetzt meine antwort und zwar detailliert

ich bin nicht einfach nur „links“, sondern in erster linie mensch

der euren weg nicht versteht und eure logik nicht kennt

und ist „linksradikal“ doch erstmal nur ein wort

und jeder füllt dies anders , von mir zu dir – von ort zu ort

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