frühling im herbst
kann es sein
wie du’s willst
kein verständnis
einsicht
guerillamusik
terror dans les banlieues
brief an freunde
ska steht auf
das wäre doch zu schön
warnung
bambule
durch den regen
nur ein wort
frühling im herbst (2006)
wir haben frühling im herbst und der sommer strahlt dem winter
jene kälte aus den fugen die uns hat solang’ belogen
wir schrei’n wo alles schweigt und schweigen dem lärm
eine melodie von wut die uns immer weiter treibt…
die logik ist logik der herrschenden ordnung
das chaos ist die liebe der andersdenkenden
kann es sein (2003)
kann es sein das es dich nicht interessiert, wenn ein nazi einen menschen traktiert
kann es sein das du immer vor’m fernseher hängst und du nur noch in rassen denkst
ist es schon zu spät für dich, findest du atomkraftwerke bauen nicht widerlich
ich zumindest sage zu alledem nein, die zeit ist reif aufständisch zu sein
ich sage nein das alles kann/darf nicht sein
kann es sein das du nicht verstehst, das krieg schrecklich ist
und du voll bier morgens schon halb tot bist
verachtest alternatives leben und leute, witterst du in waffengeschäften fette beute
ist es schon zu spät für dich, findest leute ohne gestellten iro widerlich
ich zumindest sage zu alledem nein, denn die zeit ist reif aufständisch zu sein
spieglein spieglein an der wand
laufen wir etwas rückwärts in diesem land
nazis marschieren, frauen müssen männer massieren
massentierhaltung auf platz eins – geld, geld, geld alles meins
waffenfabriken fundieren, andere länder müssen unsren müll sortieren
umwelt interessiert fast keine sau, wir stellen lieber protzige autos zur schau
das alles kann doch nicht richtig sein und deshalb sagen wir nein!
Wir sagen nein das alles kann/darf nicht sein
wie du’s willst (2004)
sie haben mir verboten es auszusprechen
sie haben mir verboten die vorschriften zu brechen
sie haben mir verboten meine meinung zu sagen
sie haben mir verboten meinen frust an ihren ort zu tragen
dorthin wo es etwas bringt, wo man gewinnt
dort woll’n sie mich nicht, doch ich schreie meine sicht:
in diesem und in jedem anderen land haben immer die falschen leute die fäden in der hand
irgendetwas läuft gewaltig schief – bomben fallen tief
die menschen zittern mächtige lachen, denn sie werden es in die bunker schaffen
doch in meinem traum, da gab es keine waffen mehr
korrupte politiker fort, das rathaus ist leer
alle ketten waren gesprengt von der verantwortung getrieben
scheiß rassisten sexisten faschisten vertrieben
es funktioniert – solange du es lebst
es funktioniert – so lange du’s verstehst
es funktioniert – es ist das was die gesellschaft dreht
es funktioniert – raus bis die straße bebt
in diesem und in jedem anderen land haben immer die falschen leute die fäden in der hand
irgendetwas lief gewaltig schief, als jemand vor hunger liegen blieb
der mensch zittert arbeitet für nichts und rückt immer mehr aus dem licht
doch in meinem traum da gab es genug brot
und die verantwortung trieb das gesetz in den tod
noch sind wir wenige auf allen vieren
doch wenn ich mich umseh’ hab’ ich nichts zu verlieren
sie haben mir verboten das maul aufzumachen
sie haben mir verboten über sie zu lachen –
doch jetzt steh ich hier und SCHREI…
kein verständnis (2004)
die welt ist in den händen der korrupten politiker von allen staaten
die sich gegenseitig übertreffen in großzügigkeit, doch sie nutzen nur aus die hilflosigkeit
sie kennen ihre eigenen lügen deshalb sind sie bereit,
die stadt abzuriegeln, denn es ist soweit
kameras waffen und zäune sollen sie schützen – die globalisierungslüge wird ihnen nichts nützen
fresst euren genmanipulierten scheiss doch selber
wer profitiert davon? ihr und die industrie? wer?
kein verständnis – mit euren lügen
kein verständnis – für eure prügeleien
auf die barrikaden – die zeit ist reif
auf die barrikaden – seit bereit
bei uns wird essen verbrannt und menschen ihre würde aberkannt
baumwolle aus burkina faso verarbeitet in Bangladesh
wer ist es der sich hier die hände wäscht
von subventionen und unfairen preisen, die verbraucher sind dann trotzdem leise
ihr sagt keine gewalt und lasst uns niederknüppeln
doch wir werden auch so an den verhältnissen rütteln
einsicht (2006)
wir besetzen innerhalb der bestehenden systeme
und schaffen uns freiheit wo bisher keine ist – noch nicht ist – bald ist!
eine freiheit zu vergeben eine liebe zu zerstören
meinen hass einzutauschen den inneren schrei nicht zu hören
hinter glas und beton mich im spiegel umzudrehen
und danach mit dem strom durch die einkaufsstraßen gehen
und so kam ich in zeiten des heuchlerischen geschicks
um mich wi(e)der und wi(e)der zu verraten im zufälligen glück
doch der erste schritt ist einsicht und der zweite widerstand
der dritte ist die zukunft die hand zur faust und hand in hand
auf hundertneunundzwanzig plätzen gegen das patriarchat
besetzen wir in dem system in diesem scheiß staat
eine freiheit zu errichten eine liebe aufzubauen
meinen hass auszuleben beim schreien nicht wegzuschauen
zwischen umwelt und gesellschaft den anderen in die augen sehen
und mit vielen freundinnen mitten in dem winde stehen
feiern feste in den häusern und beschallen die welt
mit unsren zielen unsren träumen auch wenn ihr unsre häuser umstellt
doch der erste schritt ist einsicht und der zweite widerstand
der dritte ist die zukunft also komm nimm meine hand
guerrillamusik (2003)
geben sie auf sie sind umstellt – wir übergehen das system
keiner nimmt schaden, wenn sie freiwillig gehen, das soundsystem ist unser
dies ist kein racheakt – guerrillamusiker sagen es laut:
revolution in musik verpackt!
steh auf und sei frei!
das soundsystem ist unser, wir werden nicht gehen
egal wer spricht – wir bleiben stehen
du mit ihm und sie für dich – ich mit ihm und sie für mich
heute ist das morgen von dem du gestern sprachst
und es ist immer noch so wie du es gar nicht magst
und ist es noch so dunkel und sind sie noch so viel’
steh auf & sei frei, wie es dir bisher gefiel
Terror dans les banlieues (2003)
die welt sieht es doch sie schaut weg
c’est rien – c’est rien (es ist nichts)
es passiert doch es geht mich nichts an
wer sind die ich kenne die nicht
was ist es – es ist doch nichts
vom leben frustriert – zu Hause vom streit irritiert
die umgebung ist eintönig grau – die freunde hart und rauh
von der regierung missachtet – von der polizei verachtet
gelangweilt durch die zeit – opfer seid nun bereit
die schuld bleibt bei der regierung liegen
wenn in den banlieus wieder steine fliegen
die probleme sind nah – doch in den köpfen weit weg
und somit interessiert es die außenstehenden einen dreck
mit aller härte greifen sie ein – die polizisten
denn viele werden durch ihre angst zu rassisten
hass als verbündete sonst keine
denn die polizisten haben schußwaffen, wir nur steine!
durch den hass bekommen viele übermut
und so herrscht auch untereinander die zerstörungswut
so liegt der einzige verein in schutt
und somit ist die letzte unterhaltung nun auch kaputt
regierung – wie kann man sich liberal nennen
wenn in den banlieus die menschen um ihr leben rennen?
- wir haben euer falschsagen zur genüge
politiker…… wir sind eure größte lüge!
nous sommes le monte de votre vie
(wir sind die lüge eures lebens!)
brief an freunde (2006)
wenn du nicht verstehst, was um dich herum abgeht
und dich selber nur quälst, du merkst dass deine seele verweht
wenn du weinen willst , doch jedes pressen nicht hilft
weil du verlernt zu weinen hast
einmal wird es kommen – du läufst vor dir selbst davon
doch alles bleibt wie es ist, weil du die einzige bist
die dir helfen kann
wenn dich trauer zerstört, weil selbst dein freund dich zu oft stört
du glaubst dass niemand dich wahrnimmt
das leben vor dir im nichts verschwimmt
dir die zukunft dunkel erscheint, du nicht sagst, dass du ohne tränen weinst
und dich mit dem leben nur der tod vereint
einmal wird es kommen – du läufst vor dir selbst davon
doch alles bleibt wie es ist, wenn du alleine bist
und dich nicht öffnen willst
ska steht auf (2003)
ska steht auf – die tage sind gezählt -
an denen ihr noch lacht, wir sind keine terroristen
keine chaoten und gehör’n auch nicht verboten
wir brauchen keine gewalt, um euch zu stürzen
ihr könnt uns durch einsparungen nicht wegkürzen
ihr wollt uns leise , ihr wollt uns stumm
ihr hasst uns, ihr erklärt uns für dumm
sind wir euch zu laut, sperrt ihr uns weg
doch wir sagen euch: ihr seid der wahre dreck
wir bleiben für immer hier, ska bleibt stark
ska steht auf – die tage sind gezählt -
an denen ihr noch lacht, wir kämfen für die freiheit
für bildung für faire politik
gegen kaptalismus, gegen sozialabbau
es kommt eine welle: wir kommen – lasst uns rein
ihr wollt uns leise, ihr wollt uns stumm
doch manchmal fragen wir uns: wer ist hier dumm
geld für uniformen , geld für koons’sche kunst
geld für werbung, aber nicht für uns
Das wäre doch zu schön (2004)
wir wollen nicht euren frieden, wir wollen nicht euren krieg
wir wollen einfach nur leben in unsrer politik
lasst uns die feste feiern, die es vorher noch nicht gab
und jeder bewegt sich so, wie er es gerne mag
es gibt noch viel zu tun, jeder fasst mit an
es arbeitet sich besser ohne druck und ohne zwang
das wäre doch zu schön, vielleicht haben wir ja was gemein
dann geht mit uns und reißt alle mauern ein
wir wollen nicht euren frieden, erst recht nicht euren krieg
lasst uns doch mal leben in unserer politik
weg mit dem geld, man kann auch ohne glücklich sein
gerechtigkeit lehren – das leuchtet jedem ein
es gibt schon viele lieder und dies ist nur eines mehr
doch machen alle mit, fällt unsere theorie nicht schwer
wir wollen nicht verdummen und frei von zwängen leben
und machen alle mit wird es armut nicht mehr geben
Ob gestern oder heute – schön kann die welt sein
gemeinsam und zu zweitsam – ob groß oder ob klein
dann ist der hass vergessen, den wir heute noch verspüren
keine kriege keine grenzen, keine die probleme schüren
wer braucht schon munitionen, wenn es keine waffen gibt
was brauchen wir ’ne armee, wenn ein mensch den anderen liebt
was brauchen wir gesetze , wenn die moral uns treibt
weg mit den palästen, wir sind für ’was besseres bereit
Warnung (2002)
dies ist eine letzte warnung – hier kommt eure letzte mahnung
macht nur weiter wie bisher, dann sehen wir uns nimmermehr
hier stehen wir und fragen uns – wo gibt es den nächsten rums
hier steh’ ich und frage mich – geht’s bei jedem nur um sich
keiner lässt sich dabei stören, wie wir uns nah selbst zerstören
jeder ist dabei und sieht es -keiner fragt sich worum geht es
was muss alles noch geschehen, dass wir es endlich einsehen
diese welt ist nicht geschaffen, um sie so kaputt zu machen
wir sind hier um zu leben und nicht um uns zu zertreten
diese welt hier will uns sagen, dies haben wir allein zu tragen
wenn wir nun schon alle sterben – müssen wir sie mit uns zerren?
bambule (2003)
unsre plätze die sind platt auf den straßen dieser stadt
und die polizei die ist nicht nett
hey das wäre doch gelacht , wir bleiben dreckig in dieser stadt
und sie kriegen uns nicht weg
rudolf ole barnabas was denkt ihr euch
aus hamburg kriegt ihr uns doch niemals weggescheucht
bambule ist überall
und ein für alle mal
bambule gibt nicht auf
durch den regen (2005)
tanzen im regen – singen im regen, sich einfach mal schön bewegen
könnt uns nicht verstehen, wenn wir die zeit für ein paar minuten lahm legen
habt doch leider keinen platz, phantasien und utopien zu folgen
könnte dabei doch helfen eure kalte welt schnell zu vergolden
würde vielleicht verständnis bringen für demos und solidarität
hat aber leider nur hoffnung auf leben in unserer traumrealität
denn die ist viel zu schön um wahr zu sein,zum tanz gibt’s roten wein
nach eurem regen kommt unserer tag mit sonnenschein!!!
nur ein wort (2005)
die gedanken brettern durch’s gehirn, ab jetzt biete ich dir die stirn
und lass mich nicht mehr einsortieren
setze das alte system voll mit viren, werde noch mehr ausprobieren
meine ideen revolutionieren, eure schubladen schlichtweg ignorieren
euch „öde zukunft“ auf die stirn tätowieren
alle vorurteile ausradieren und mich dann neu mit euch orientieren
sie reduzuieren mich – auf das was nur ein teil von mir ist
sie provozieren mich – die angst vor wahrheit in ihrem gesicht
sie knebeln mich – hören doch nur was sie wollen
sie sehen mich – wie ich nicht bin
von links – von rechts – von oben -von unten
doch bisher waren mir immer nur die hände gebunden
habe jetzt meinen weg gefunden – bin nur noch an mich selbst gebunden
kann den zorn isolieren, also werde ich kurz rebellieren
auch die letzten werden es kapieren – ihr könnt mich nicht mehr therapieren
erst recht nicht mehr ignorieren, denn lang genug habt ihr mich reduziert
mich wie verrückt angestiert, doch das hab’ ich erst jetzt kapiert
und deshalb gibt’s jetzt meine antwort und zwar detailliert
ich bin nicht einfach nur „links“, sondern in erster linie mensch
der euren weg nicht versteht und eure logik nicht kennt
und ist „linksradikal“ doch erstmal nur ein wort
und jeder füllt dies anders , von mir zu dir – von ort zu ort